Meet the rookies

Treffen der „neuen“ Stiftungshausbewohner beim Sundowner 

Erstmalig haben fünf „Schifffahrts-Azubis“ nahezu gleichzeitig ihre Wohnung im Adolph-Woermann-Haus der Stiftung Seefahrtsdank bezogen. Ein idealer Anlass für ein Kennenlernen zum „Sundowner“ mit Blick auf den Hamburger Hafen.

Zu ihrer Überraschung hatten zwei der neuen Bewohner erst an ihrem ersten Berufsschultag an der BS 09 am letzten Montag bemerkt, dass sie nicht nur in der gleichen Klasse sind, sondern sogar in einem Haus wohnen. Das zeigt, wie wichtig dieses erste gemeinsame Treffen ist. Zwei „Neulinge“ haben für den Folgetag spontan ein gemeinsames Kochen im neuen Zuhause organisiert. Alle waren sich einig, dass das Zusammenwohnen den Berufsstart in einer neuen Stadt sehr erleichtert.

Unser besonderer Dank geht an den Hausherren und Geschäftsführer der Stiftung Seefahrtsdank Arne Rehder, der für die Getränke und die leckere Suppe gesorgt hat.

Kurz zur Information: Die Stiftung Seefahrtsdank unterhält das Adolph-Woermann-Haus, in dem neben einigen im Ruhestand befindlichen Kapitänen und deren Witwen mittlerweile auch zehn aktuelle und ehemalige Schifffahrts-Azubis der BS 09 wohnen. Der wesentlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Klassen für Schifffahrtskaufleute an der BS 09. 

Prüfungswiederholung einmal anders – Didaktischer Lernspaziergang 

Am Mittwoch, 4.10.2023, haben wir, die S21-22, mit Frau Hars ab 11 Uhr einen sogenannten Lernspaziergang um die Alster gemacht. Sinn dieses Spaziergangs in unserer letzten Berufsschulwoche war die Vorbereitung auf die bevorstehende Abschlussprüfung Ende November.

Wir erhielten von Frau Hars für alle paar 100 Meter jeweils kleine Zettel mit themenspezifischen Aufgaben, die wir in kleinen Gruppen beantworten sollten und im Anschluss bei einem Halt alle gemeinsam verglichen haben. Dadurch konnten wir unser vorhandenes Wissen testen oder erkennen, welche Themen wir noch einmal wiederholen sollten.

Diese Methode zur Wiederholung hat uns wirklich gut gefallen. Das gute Wetter hat sicher dazu beigetragen, dass die knapp 10 km bei allem Input doch ein fröhlicher Spaziergang waren.  

Nele Rabenstein (S21/22)

Theory meets Practice – Besuch bei SKULD Hamburg

Am 12. September 2023 konnten die Azubis der S21/22 ihr bislang vor allem schulisch erlangtes Wissen zur Seeversicherung bei SKULD Hamburg überprüfen und vertiefen.

Dabei wurde naturgemäß vor allem der Haftpflichtbereich in den Fokus gerückt. Jens Michael Priess von SKULD Germany (Vice President, Claims, Lawyer) hat kurzweilig die Geschichte, den Aufbau und den Deckungsumfang eines P&I Clubs bis hin zum IG Pooling Agreement mit Hilfe einer anschaulichen Präsentation dargestellt. Neben der Haftpflichtversicherung wurden dabei auch andere Sparten der maritimen Versicherung (etwa Kasko und FDD) vorgestellt. Dabei beantwortete er auch die bereits im Vorwege durch die Azubis eingereichten Fragen zu diesen Themenbereichen.

Am Beispiel eines der größten Haftungsfälle des Clubs hat dann Claude Pohlit, „Koordinator für Großschäden („casualties“) des Hamburger Büros des Skuld anhand der Havarie eines kleineren Containerschiffes auf einem Atoll in der Südsee gezeigt, wie komplex eine solche Abwicklung sein kann, wie intensiv der P&I Club bei der Schadensbekämpfung mitarbeitet und vor allem auch welche Personengruppen insbesondere auch bei Umweltschäden in einer solch sensiblen Region der Erde in die Prozesse einbezogen werden. Spätestens jetzt haben wir gemerkt: P&I Cover ist mehr als nur Schäden/Kosten bezahlen.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab Herr Priess dann aus gegebenen Anlass noch einen kurzen, interessanten Input zum sehr komplizierten Thema Sanktionen/ Boykott.           

Wir danken SKULD Hamburg für die Gastfreundschaft in entspannt (skandinavischer) Atmosphäre!!

Die Azubis der S21-22, Lydia Dönges und Jan Schlichting

Verabschiedung der Tourismuskaufleute

An der Beruflichen Schule für Logistik, Schifffahrt und Touristik (BS 09) zeichnete Abteilungsleiter Gregor Leiß kurz vor den Sommerferien im Rahmen einer feierlichen Verabschiedung die Absolventen des Berufes „Tourismuskaufmann/-frau“ aus.

Vor Absolventen, Ausbildern, Lehrern sowie Verwandten und Freunden unserer Auszubildenden erinnerte Leiß in seiner Rede vor allem noch einmal daran, dass die Auszubildenden alle zu Beginn der Corona-Pandemie eingestellt wurden und die erste Zeit ihrer Ausbildung teilweise im Homeoffice arbeiten mussten. Glücklicherweise sei diese Zeit vorbei und auch die niedrigen Ausbildungszahlen gehören zum Glück der Vergangenheit an. Außerdem wurden alle frisch gebackenen Tourismuskaufleute von ihren Betrieben übernommen oder bleiben in der Branche.

Verabschiedet wurde die bilinguale Klasse T20-12:

Außerdem wurde die T20-11 verabschiedet:

Für ihre herausragenden Leistungen wurden mit Sina Plog (rechts im Bild) und Milena Meyer zwei Auszubildende ausgezeichnet:

Beim anschließenden Stehempfang ging es neben dem beruflichen Fortkommen auch um Anekdoten aus Ausbildung und Berufsschule.

Das Tourismus-Team der BS 09 bedankt sich bei allen Besuchern und wünscht den Absolventen alles Gute für die Zukunft.

Hamburger Schifffahrts-Azubis in London  

Im Mai gab es für Schifffahrtsauszubildende aus Hamburg und anderen norddeutschen Schulstandorten nach guter alter Tradition wieder eine berufsorientierte Studienreise nach London. Fünf Tage absolvierten die 27 Auszubildenden ein abwechslungsreiches Programm, das von Seiten der BS 09 vorbereitet worden war. Sabine Hahn und Jan Hensel von der BS 09 begleiteten die 5-tägige Reise.  

„Ich freue mich besonders darüber, dass die Londonreise bei den Auszubildenden und den Ausbildungsbetrieben so hochgeschätzt wird. Dieses haben wir sowohl bei dem großen Bewerbungsandrang als auch in den Rückmeldungen zur Reise gemerkt. Die Reise bietet mit ihrer Vielzahl an Themen und Einblicken in die unterschiedlichsten Unternehmen und Institutionen in London bereits während der Ausbildung eine sehr kompakte Fortbildungsgelegenheit, die in diesem Umfang einzigartig ist. Die Auszubildenden machen erste professionelle Auslandserfahrungen und erkennen, wie groß ihr berufliches Spektrum ist. Möglich wird die Reise erst durch die Mitwirkung der Londoner Unternehmen, die uns wieder einmal mit großartigen Beiträgen und überwältigender Gastfreundschaft empfangen haben. Ein herzliches Dankeschön hierfür. Die Azubis haben in der Woche hart gearbeitet, viele Vorträge und Besichtigungen absolviert … und ein bisschen gefeiert, das können die Schifffahrtskaufleute bekanntlich auch!  
Aufgrund des überwältigenden Interesses an der diesjährigen Reise wird die Berufsschule für Logistik, Schifffahrt und Touristik auch 2024 wieder die Reise nach London anbieten. Sobald die genauen Termine und weitere Informationen hierfür stehen, werden Auszubildende und Ausbildungsbetriebe wie immer direkt darüber informiert!“ Sabine Hahn (BS 09) 

Da die Meinungen der Teilnehmer am besten die Stimmung und Eindrücke der Reise wiedergeben, lassen wir an dieser Stelle einige Azubis selbst zu Wort kommen:  

„Bei schönstem Wetter haben wir, neben etwas Sightseeing, viele interessante Vorträge und Einblicke in unterschiedliche Unternehmen aus der der Schifffahrt bekommen. 
Gerade Besuche wie bei dem Sale& Purchase Broker Howe Robinson waren besonders wertvoll für uns Schifffahrtskaufleute, die noch ganz am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, da wir auf viele Leute getroffen sind, die uns ihre Hilfe und Kontakte in ihrem Bereich angeboten haben.  Außerdem war der Besuch bei der Metal Exchange sehr interessant, da wir live bei den tagesaktuellen Verhandlungen über Kaufpreise der verschiedenen Metalle dabei sein konnten.“ Judith K. (Hapag Lloyd) und Annika H. (August Bolten) 

„Besonders gut haben uns die Besuche bei der IMO, bei der London Metal Exchange und Lloyds of London gefallen, da sie uns ein besseres Verständnis für unsere tägliche Arbeit und das Drumherum gegeben haben.“ Fynn L. (MSC) und Nele R. (ZIM) 

„Der Besuch bei der IMO hat uns besonders gut gefallen, da Tamara uns viel mitgegeben hat, was wir über die IMO vorher nicht wussten. Dadurch haben wir ein großes Interesse für die Organisation und ihre Arbeit entwickelt und könnten uns in der Zukunft ein Praktikum dort gut vorstellen. Einen Besuch bei der IMO können wir jedem empfehlen.“ Nele M. und Laura P (beide SAL) 

„Am Freitag waren wir bei Howe Robinson, einem Shipbroker, der auch Sale &  Purchase macht. Besonders spannend fanden wir, dass es kein klassischer 9 to 5 Job ist und wir konnten dort noch einmal einen neuen Einblick in einen anderen Bereich der Schifffahrt erhalten.“ Ben J. (Hapag Lloyd), Jannik G. (Maersk), Merle M. (SAL) 

„Ich fand besonders die unterschiedlichen Termine toll. Man konnte hier auch Gelerntes aus der Schule anwenden und besser verstehen. Auch die Gruppe fand ich sehr nett und man konnte viele neue Leute kennenlernen.“ Piet G. (Hapag Lloyd) 
 
„Mir persönlich hat der Austausch mit der Baltic Exchange besonders gut gefallen. Der Handel mit Finanzprodukten ist in der Hamburger Schifffahrt nicht so präsent. Etwas mehr über diese Londoner Institution zu erfahren, war mein persönliches Highlight.“ Victor U. (Peter Döhle) 

Erfahrungsbericht von Kai Timmermann

Moin liebe Leser,

ich bin Kai und mache zurzeit eine Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann bei dem Logistikunternehmen Maersk. In den vergangenen zwei Monaten hatte ich die Möglichkeit, einen Ausbildungsabschnitt in den USA zu absolvieren. Möglich gemacht wurde dieses durch ein Stipendium der Joachim Herz Stiftung, die zweimal pro Kalenderjahr eine Gruppe von Azubis in die USA entsendet, um dort an verschiedenen Programmen teilzunehmen.

Mitte März bin ich dieses Jahr mit 24 anderen Azubis nach Georgia geflogen. 15 Azubis sind dann für sechs Wochen an ein College in der Nähe von Atlanta gegangen und haben dort aktiv am College-Alltag teilgenommen und verschiedene Kurse belegt und regelmäßig Unternehmen besichtigt.

Die restlichen zehn Azubis (einschließlich mir) haben für acht Wochen ein Praktikum in einem Gastbetrieb gemacht und sind in Gastfamilien untergekommen. Da ich eine Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann mache, habe ich mein Praktikum nicht in Atlanta gemacht, wie die anderen Stipendiaten, sondern in Savannah an der Atlantikküste Georgias bei der Hafenagentur Norton Lilly International. Savannah gehört zu den fünf größten Häfen der USA und es werden im Jahr ungefähr so viele Container umgeschlagen wie in Bremerhaven.

Neben den Containerterminals (Garden City und Ocean Terminal) gibt es auch noch einige Terminals, die sich mit Bulkladungen befassen. An diesen Terminals werden hauptsächlich Düngemittel, Holzpellets und u. a. auch Chemikalien umgeschlagen.

Die Arbeit der Hafenagentur besteht hier in Savannah darin, die Reedereien mit ihrem Lokalwissen beim  Einlauf  in den Hafen zu unterstützen und gewisse Dinge zu organisieren. Dazu gehört u. a. die Versorgung mit Frischwasser, der Kontakt zu den Lotsen oder die Anmeldung bei der US-amerikanischen Zollbehörde.

Die Arbeit der Hafenagentur ist für mich besonders interessant, da mein Ausbildungsbetrieb in Deutschland ebenfalls Kunde von Norton Lilly ist. Generell war es sehr interessant zu erfahren, wie Schiffe in der Praxis klariert werden, da wir darüber schon im Unterricht gesprochen hatten, mein Ausbildungsbetrieb aber nicht selbst seine Schiffe klariert.

Regelmäßig müssen die Agenten der Agentur auch auf die Schiffe, um z. B. Wasserproben abzuholen oder Pakete auf die Schiffe zu bringen, die vorher nach Savannah gesendet wurden. Besonders interessant sind sogenannte Foreign-Arrivals. Wenn Savannah für die Schiffe der erste US-Hafen ist, muss die gesamte Crew zum Facecheck mit dem Zoll. Die Agenten der Hafenagentur begleiten dann die Customs Officer auf das Schiff und alle Mitglieder der Crew müssen mit ihren Pässen und Visa nacheinander vortreten. Der Prozess ist ähnlich wie die Passkontrolle, die man vom Flughafen kennt.

Ich kann nur jedem empfehlen, mit der Joachim Herz Stiftung auch einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren.