S24-21 B auf Klassenfahrt in Danzig und Gdynia
Vom 18.05. bis zum 22.05. unternahm unsere Klasse 24-21 B eine Klassenfahrt nach Danzig und Gdynia. Während der Reise konnten wir nicht nur spannende Einblicke in die maritime Wirtschaft und Hafenlogistik gewinnen, sondern auch die besondere Kultur und Geschichte Danzigs kennenlernen. Vor allem die historische Altstadt mit ihren beeindruckenden Gebäuden und Sehenswürdigkeiten hinterließ bei uns einen bleibenden Eindruck. Neben den fachlichen Programmpunkten bot die Fahrt außerdem eine gute Gelegenheit, gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln und den Zusammenhalt innerhalb der Klasse weiter zu stärken.
Montag:
Die Stadtführung durch Danzig begann am Hotel und führte durch die historische Altstadt mit ihren bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Erster Halt war die Hafenpromenade. Eine etwa 480 Meter lange Straße entlang des Flusses zählte zu den beliebtesten Bereichen der Stadt. Besonders markant war das berühmte Krantor – ein Stadttor aus rotem Backstein und dunklem Holz, das seit dem 14. Jahrhundert als Hafenkran zum Be- und Entladen von Schiffen genutzt wurde. Anschließend führte der Rundgang durch die Frauengasse, die durch ihre schmalen, reich verzierten Bürgerhäuser und die erhöhten Terrassen mit kunstvoll gestalteten Treppen beeindruckte. Ein weiterer Höhepunkt war die Marienkirche, eine der größten Backsteinkirchen Europas und ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt. Danach wurde das Rathaus besichtigt, das um 1400 erbaut worden war und mit seinem 82 Meter hohen Turm das Stadtbild prägte. Heute gehört das Gebäude zum Historischen Museum, wobei besonders der prächtig ausgestattete Rote Saal sehenswert war. Zum Abschluss führte die Tour über den Langen Markt, das historische und kulturelle Zentrum Danzigs mit seinen prachtvollen Patrizierhäusern, kunstvollen Fassaden sowie zahlreichen Restaurants und Cafés. Zusammenfassend bot die Stadtführung einen umfassenden Einblick in die Geschichte, Architektur und Atmosphäre der Danziger Altstadt.
Dienstag:
Der zweite Tag der Klassenreise begann sehr früh. Als erstes auf dem Plan stand der Transit nach Gdynia. Die Organisation unseres Transportes wurde jeden Tag von anderen Klassenkameraden übernommen. Pünktlich eine Viertelstunde zu früh standen wir vor dem Urząd Morski w Gdyni – am ehesten zu übersetzen als Seeamt Gdynia. Dort warteten auf uns Kaffee, Kekse und drei freundliche Dozenten, welche uns in Empfang nahmen.
Nach kurzer Vorstellung begann der erste Vortrag zum Thema: Maritimer Küstenschutz und Aufforstung in Polen. Ein Mitarbeiter der polnischen Küstenwache erklärte uns sehr enthusiastisch seinen tagtäglichen Kampf gegen die See und die Stürme, welche die Dünen und Strände an Polens Küste gefährden. Eine überraschend intensive und interessante Arbeit. Der zweite Vortrag handelte von den Notfall- und Kommunikationssystemen an Polens Häfen. Leider etwas schnell wurden uns dabei die verschiedenen Ortungs- und Kommunikationsoptionen der polnischen Behörden erklärt.
Nach einer kurzen Pause hörten wir den dritten Vortrag, zum Thema Windparks vor Polens Küste und die Zukunft der Windkraftanlagen.
Auf Empfehlung der Dozenten ging es für uns nach diesen Vorträgen zum wohlverdienten Mittagessen.
© 1Am Nachmittag stand nun der Besuch des BCT Gdynia an. Hier erwartete uns eine Präsentation über die Geschichte, Arbeit und Zukunft des Terminals und dann ein Aufstieg auf die Aussichtsplattform. Wir hatten einen klasse Blick über das Terminal. Besonders interessant zu sehen war die Verladung unzähliger US-Militärfahrzeuge auf ein RoRo Schiff, im Rahmen der quartalsweisen Truppenablösung der Mission Operation Atlantic Resolve. Aber auch die schiere Größe des Terminals, der angrenzenden Bahnstationen, Lagerhäuser und weiteren Anlagen war äußerst beeindruckend und machte große Laune auf unsere Hafenrundfahrt an Tag drei. Gegen 16 Uhr traten wir unseren Rückweg nach Danzig an. Unser gemeinsames Abendessen an Tag zwei bestand aus tschechischer Küche in einem netten, kleinen Lokal. Der Tag endete für die meisten von uns, wie sollte es auch anders sein, in einer Bar.
Mittwoch:
Am dritten Tag unserer Studienreise nach Danzig machten wir uns wie gewohnt recht früh mit der Bahn auf den Weg nach Gdynia, um dort unseren ersten geplanten Termin wahrzunehmen. Um 9:00 Uhr ging es dann los mit der Hafenrundfahrt, bei welcher wir einen Überblick über die Hafenbecken und Terminals in Gdynia bekamen. Gdynia ist, so wie Hamburg, ein Universalhafen und bietet beinahe jeder Art von Ladung einen Umschlagplatz. Neben Bulk und General Cargo sind es vor allem die beiden Containerterminals (BCT), welche die meiste Fläche beanspruchten. Auch ein kleiner Jetty für Flüssiggut war zu sehen, da dieser aber noch recht wenig Volumen umschlagen kann, soll er in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Besonders interessant war auch zu hören, dass die Behörden bereits im vollen Gange sind, den gesamten Hafen auszubaggern, um eine Wassertiefe von 16 m zu erreichen. Somit könnte der Hafen in Zukunft auch Schiffe von viel größeren Dimensionen bedienen.
Nach einer kleinen Stärkung zum Mittag fuhren wir zu unserem nächsten Termin bei Hapag-Lloyd. Da die „Dangerous Goods“ Abteilung in Gdynia sitzt, war es der Plan, hier etwas mehr über den Umgang mit Gefahrgut zu lernen. Bei dem Vortrag wurden uns die verschiedenen Klassen von Gefahrgut vorgestellt und erklärt, wie ein großer Carrier wie Hapag-Lloyd mit solcher Ware umgeht und was dabei beachtet werden muss. Interessant zu sehen war auch, wie viele Güter des täglichen Lebens und Gebrauchs als Gefahrgut klassifiziert werden, auch wenn sie recht unscheinbar wirken. Nach diesen beiden Terminen machten wir uns wieder zurück auf den Weg nach Danzig und ließen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
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© 3Donnerstag:
Unser erster Ausflug am Donnerstag führte uns zu der Port Authority Gdynia, wo wir viel über die Aufgaben des Hafens, die Seeverbindungen und die laufenden Investitionen erfahren haben. Der Hafen ist ein Universalhafen und schlägt vor allem Stückgut, Container, Ro-Ro sowie Getreide um. Besonders interessant fanden wir die geplanten und laufenden Ausbauprojekte, zum Beispiel die Vertiefung des Hafens auf 16 Meter, die Erweiterung von Kaianlagen, neue Logistikflächen und den Ausbau des Outer Ports mit einer geplanten Kapazität von bis zu 2,5 Millionen TEU pro Jahr. Auch der gute Anschluss an Bahn- und Fährverkehr wurde uns erklärt, was für die Arbeit im Hafen eine große Rolle spielt.
Anschließend erhielten wir noch einen Einblick in die Arbeit einer Logistikfirma (CMC Logistics Poland) und in die Abläufe eines Schiffsanlaufes in Gdynia und die damit verbundenden Aufgaben, um die Ware zolltechnisch zu verarbeiten. Insgesamt hat uns der Besuch als Klasse sehr gut gefallen, weil wir viele neue und interessante Informationen über die maritime Branche bekommen haben.
© 4Unser letzter Programmpunkt führte uns zu der Grono Crewing Agency in Gdynia. Wir wurden herzlich im Büro des Chefs empfangen und unterhielten uns mit ihm und seinem Team über die Aufgaben und Verantwortungen einer Crewing Agency. Wir haben viele Fragen gestellt und bekamen einen guten Einblick in die Arbeit einer Agentur. Es war spannend zu hören, wie die Agentur Seeleute an Reedereien vermittelt und wie diese Zusammenarbeit funktioniert. Alles in allem hat uns der Besuch sehr gut gefallen. Wir haben viel Neues über diesen Bereich der maritimen Branche erfahren.
Im Anschluss besuchten wir noch das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig.
Am Freitag traten wir schließlich die Rückreise nach Hamburg an. Insgesamt war die Klassenfahrt eine gelungene Mischung aus spannenden fachlichen Einblicken und vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen. Die gemeinsame Zeit hat den Zusammenhalt gestärkt und wird uns sicherlich noch lange in guter Erinnerung bleiben.